«MTB-Guide» Level 1 – Swiss Cycling

Übersicht

Die Ausbildung zum Swiss Cycling Mountainbike Guide Level 1 richtet sich an Personen, die sich ein umfangreiches Basiswissen im MTB-Guiding aneignen wollen. Um den MTB-Guide Level 1 zu erreichen, müssen folgende Module absolviert und bestanden werden:

  • Aufnahmeprüfung – 1 Tag
  • Grundkurs – 7 Tage (bei uns verkürzt: 5 Tage)
  • Abschlussprüfungen 2 Tage (als Teil des Grundkurses)

Ein erfolgreicher Abschluss des Swiss Cycling MTB Guide Level 1 befähigt den Absolventen, selbständig als Guide Touren zu planen und durchzuführen. Ausserdem können im Anschluss an den Level 1-Abschluss die weiterführenden Module der Swiss Cycling MTB-Guide Ausbildung (u.A. Level 2) besucht werden.
(Quelle: www.swiss-cycling-guide.ch/module)

Ich habe mich im Januar 2015 dazu entschlossen, im Sinne meiner aktuellen Berufstätigkeit als Bike Trail Bauer und meinem zukünftigen Berufsziel des selbständigen Bike-Guides, meine Ausbildung um die Stufe 1 „MTB-Guide“ zu erweitern. Der Kurs fand in Schiers (Kanton Graubünden) vom 27. – 31. Mai 2015 statt. Beim besuchten Kurs handelte es sich um die verkürzte Ausbildung welche für SSSA Schneesportlehrer in Zusammenarbeit mit Swiss Snow Sports angeboten wird. In diesen Kursen kann der Schneesportlehrer von einer angepassten Kursdauer (5 statt 7 Tage) sowie von einer Preisreduktion (2070 CHF statt 2670 CHF) profitieren und erhält dennoch eine vollwertige und umfassende Ausbildung im Bereich MTB Guiding.


Aufnahmeprüfung 

Die Aufnahmeprüfung dauerte einen ganzen Samstag und beinhaltete einen fahrtechnischen sowie einen konditionellen Teil. Bei der „Selektion“ wurde grosser Wert auf die Sozialkompetenz der angehenden Guides gelegt, welche in verschiedenen „Rollenspielen“ und Aufgaben den ganzen Tag über von den Experten beobachtet und getestet wurde.

Die Aufnahmeprüfung beinhaltet folgende Elemente:

  • Fahrtechnik auf dem Mountainbike
    4 Posten mit verschiedenen Biktechnischen Geschicklichkeits-Prüfungen absolvieren.

  • Koordination/Kondition auf dem Mountainbike
    Parcour I mit 6 verschiedenen „Fahrtechnischen Aufgaben“ welchen man möglichst flüssig durchfahren muss. Beispiele der Aufgaben: Holzklötze während dem Fahren vom Boden aufheben und dem Experten in den Helm legen oder einen Becher mit Wasser gefüllt auf einer Wurzelpassage von einer Hand in die andere wechseln und wieder voll abstellen.. etc.
    Parcour II: Ein abgsteckter Kurs in unwegsamem Gelände (Wald etc.). Ziel ist es den ganzen Parcour zu durchfahren (keine spezifische Zeitvorgabe) ohne abzustehen (Ansonsten Punktabzug).
  • Orientierung im Gelände
    Bike OL (Orientierungslauf) 60 Minuten: Du bekommst eine Karte mit 9 eingetragenen Posten gezeigt. Von dieser „Original-Karte“ schreibst du dir die Posten auf einen eigenen Kartenausschnitt der Region ab. Danach geht’s los. Posten 1 = Reparaturposten (Beispiel: Gerissene Kette, wie gehst du vor, was hast du für Material dabei etc.). Danach abfahren der eingetragenen Posten (Beweis anhand Stempel wie beim klassischen OL). Posten 4 = Reparaturposten (Beispiel: Platter Reifen, Wie wechselst du den kaputten Schlauch von einem Gast?). Falls du nach 60′ noch nicht alle Posten geholt hast, empfiehlt es sich trotzdem zurück zum Ziel zu fahren, ansonsten wird dir für jede zusätzliche Minute ein halber Notenpunkt abgezogen. 1 Posten = 1/2 Notenpunkt. Die Reparaturposten geben bei richtiger Problemlösung zusätzliche Punkte.
  • Kleine Reparaturen am Mountainbike durchführen
    Kann der Guide kleine Reparaturen wie eine gerissene Kette oder einen platten Reifen beheben? Diese Aufgaben wurden uns als „Reparatur-Posten“während des 1-Stündigen Bike-OLs in der Umgebung von Landquart gestellt.
  • Sozialkompetenz
    Im Vorfeld des Grundkurses, wird ein Motivationsschreiben verlangt, welches man zusammen mit den Anmeldeformularen an Swiss Cycling sendet. Während des Prüfungstages bekommt man einen „Partner“ zugeteilt, welchen man den Tag über kennenlernen soll um dann am Abend im Plenum den anderen Teilnehmern vorzustellen.

Die Aufnahmeprüfung ist aus meiner Sicht ein zwingendes Mittel, um eine Grobselektion der angehenden MTB-Guides vor der Ausbildung zu vollziehen und ist verhältnismässig angelegt. Schliesslich kann man nach bestandenem Grundkurs selbständig Mountainbike-Touren anbieten und trägt so eine hohe Verantwortung gegenüber seinen Gästen. Eine Solide Biketechnik, Erfahrung in der Gruppenführung sowie methodisches und Pädagogisches Vermittlungsvermögen, eine gute Organisation sowie ein starkes Selbstvertrauen sind hier wichtige Faktoren. Diese werden in den verschiedenen Prüfungsinhalten spielerisch und sehr „menschlich“ von den Experten beobachtet und notiert. Anders als in anderen Guide- resp. Instruktoren-Ausbildungen fand ich die Bewertung wurde mit einem Augenmass sehr verhältnismässig und nicht „militärisch“ didaktisch bewertet. Einzig den „Heissen Stuhl“, welcher am Ende des Kurses durchgeführt wurde, ist aus meiner Sicht zu persönlich und müsste evtl. in einem anderen Rahmen durchgeführt werden. Beim „Heissen Stuhl“ setzt du dich am Ende des Tages in die Mitte des Plenums, und erhälst vom Experten eine (sehr persönliche) Einschätzung und ein Feedback basierend auf seinen Beobachtungen den Tag hindurch zu deiner Person. Hier muss man jedoch bedenken, dass einem der Experte nach einem Tag überhaupt nicht persönlich kennt, und so waren die Unterschiede dieser Feedbacks, je nachdem ob dich der Experte schon länger kannte oder nicht extrem unterschiedlich und wie gesagt, teilweise zu persönlich – das Feedback hatte teilweise nichts mit dem Mountainbiken oder mit deiner Funktion als Guide zu tun, was aus meiner Sicht nicht in diesen Kurs gehört.  


Grundkurs

Ausbildung

Aufgrund der verkürzten Ausbildung die hier angeboten wurde, war das Programm im Grundkurs sehr eng und die Tage waren entsprechend lang.  Abwechslungsweise setzten wir uns vom ersten Tag an in 2 Gruppen aufgeteilt mit den verschiedenen Themenbereichen des MTB-Guidings entweder im Theorieraum oder die meiste Zeit draussen auf dem Bike, praktisch auseinander. Dazu gehörten Themen wie Erste Hilfe & Sicherheit, Technische Niveaus bei den Teilnehmern einer Gruppe eruieren, Fahrtechnik-Tipps und mögliche Übungen, Methodisches unterrichten, Rekognoszierung von Touren sowie das Führen einer Bike-Gruppe im Strassenverkehr und im Gelände auf Singletrails. Mehrere „Experten“ wurden bei gewissen Ausbildungsblöcken hinzugezogen, uA. eine ausgebildete Rettungssanitäterin für die Rettung & Erste Hilfe oder ein erfahrener MTB Guide, welcher bei einem nationalen Gerichtsprozess über die Haftungs eines MTB-Guide bei einem Unfall seines Gastes als Experte fungierte.

Prüfungen

Theorieprüfung

Theoretische Prüfung (60min) mit Fragen zu den verschiedenen theoretischen Blöcken, die während der Ausbildung vermittelt wurden (Technik, Methodik, Erste-Hilfe, Navigation, Führung, Meteorologie etc.)

Rekognoszierung

Die MTB-Guides wurden am Freitag Abend nach der Theorieprüfung im Zufallsprinzip in 2er Gruppen eingeteilt. Danach erhielten wir pro Gruppe 6 GPS-Koordinaten mitgeteilt, anhand derer man seine Abschlusstour am Sonntag planen musste. Die Koordinaten konnten markante Wegpunkte, Ortschaften, Gebäude etc. sein.

Praktische Prüfung (Tour)

Die praktische Abschlussprüfung fand im Rahmen einer selbst-geführten 1/2 Tagestour Statt. Der Level der jeweiligen Gruppe wurde im Zufallsprinzip an die 2 Guides vergeben (max. 6 Teilnehmer). Die Tour wurde als Ganz-Tages-Tour von den Guides unabhängig rekognosziert. Die Guides erfuhren erst unmittelbar vor dem Start, wer den ersten Teil und wer den zweiten Teil der Tour leitet.

Die „Prüfungen“ fanden verteilt über die letzten 3 Tage der Ausbildungswoche statt was mir persönlich gefiel. Angefangen haben die Prüfungen mit dem einer Theorieprüfung am Freitag Abend, gefolgt von einem Reko-Tag an welchem man die Tour selbständig und unabhängig auskundschaften und definieren konnte. Am Sonntag fuhren wir dann die Tour mit den Gästen.  Da die unterschiedlichen Touren sowie der Level der Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip vergeben werden, kann man von einer Anfängergruppe bis zu einer technisch und konditionell fortgeschrittenen Gruppe alles erwischen. Ich habe den ersten Teil dieser Tour geleitet, welcher u.A. auch die Begrüssung und Einführung, sowie Information und Evaluation der Gruppe beinhaltete. Die Gruppe war zuvor bei der Anmeldung konditionell auf Level 2 und technisch auf Level 3 eingestuft worden.


Danke

Ein wichtiges anliegen ist es mir, mich bei einigen Personen für den Support und ihre ausserordentlichen Leistungen zu bedanken:

Michi – Swiss Cycling Experte
Kursleiter

Dave – Swiss Cycling Experte
Gruppenleiter Technik-Woche und „Mentor“ 🙂

Team – Hotel Alpina Schiers


Links

Organisationen

Unterkunft & Verpflegung

  • Hotel Alpina – An der Haupstrass Schiers gelegenes Hotel & Restaurant. 

Tourismusgebiete:

  • Prättigau

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